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UNSERE LIEDER


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Die Gruppe

Ein Verzeichnis an Liedern, die bei unseren Konzerten gehört werden könnten. Am Ende jedes Stücks steht der Name des Verfassers, um beurteilen zu können, welches Gewicht die von uns, von allen Mitgliedern des Coro dei tenores di Neoneli verfassten Stücke in unserem Repertoire haben.

Im Verzeichnis fehlen einige Stücke, die wir ausschliesslich in der Originalaufführung NeonElio bringen.

 

SERENADA TRISTA

Das Lied mit dem wir immer unsere Konzerte eröffnen, Unsere Titelmusik. Das Sonett, das auch gut die Einstellung synthetisiert, mit der wir unsere Lieder vortragen. Rhythmus von sa seria und a passu torrau

Como ti canto cun custu tenore
una cantone bella e atonada,
cust'istrumentu antigu, de valore,
faghet su ballu cun sa serenada.

De serenare animu no b'ada,
bella, perdona custu cantadore,
si ti cantat s'afannu e su dolore,
cun sa oghe melodica e atristada.

Cando in su mundu s'odiu e su piantu
suni dominadores in totùe,
non podet esser dulche custu cantu,
ma si regnat sa paghe e s'armonia,
comente lu cumprendes finas tue,
tando t'ap' a cantare s'allegria.

Tonino Cau

Melancholische Serenade
Nun singe ich Dir, mit dieser Stimme, ein schönes und harmonisches Lied,
dieses antike und wertvolle Instrument kann sowohl den Tanz wie die Serenade machen. Aber es gibt wenig Grund zum Heiter sein, Schöne, verzeihe diesem Sänger, dass er Dir mit dieser tristen und melancholischen Stimme von Mühe und Schmerz singt.
Wenn überall in der Welt Hass und Tränen dominieren, kann mein Lied nicht lieblich sein, aber wenn Frieden und Harmonie regieren, werde ich, wie Du selbst wirst verstehen, heitere Lieder singen.

 

S’Innu de su patriotu sardu a sos feudatarios  

Vielleicht eines der populärsten traditionellen sardischen Lieder, eher unter dem Namen Barones sa tirannia bekannt.  
Verfasst von Francesco Ignazio Mannu aus  Ozieri 1794 (oder 1796 nach einigen Forschern) als Anklage des piemontesischen Feudalsystems, das in diesen tristen und dunklen Zeiten Sardinien und sein Volk erniedrigte. Die Hymne besteht aus 47 Strophen in je 8 Versen (mit 8 Silben). Wir publizieren die ersten zehn und die letzte mit der poetischen Ubersetzung des Nuoresen Sebastiano Satta erschienen in der Zeitung “La Nuova Sardegna” anlässlich des hundertjährigen Geburtstages der Hymne. Verschiedene Rhythmen (a ballu tundu, a gocios, a ballu cantau).  

(Die ersten 10 Strophen)

Procurad''e moderare,
Barones, sa tirannia,
Chi si no, pro vida mia,
Torrades a pe' in terra!
Declarada e' già sa gherra
Contra de sa prepotenzia,
E cominza' sa passienzia
In su pobulu a faltare.

Mirade chi est azzendende
Contra de 'ois su fogu,
Mirade chi no e' giogu,
Chi sa cosa andat 'e veras;
Mirade chi sas aeras
Minettana temporale;
Zente consizzada male,
Iscultade sa oghe mia.

No appretedas s'isprone
A su poveru ronzinu,
Si no in mesu caminu
S'arrempellat appuradu;
Minzi ch'es lanzu e cansadu
E non de pode' piusu;
Finalmente a fundu in susu
S'imbastu nd'hat a bettare.

Su pobulu chi in profundu
Letargu fi' sepultadu
Finalmente despertadu
S'abbizza ch'est in cadena,
Ch'ista' suffrende sa pena
De s'indolenzia antiga:
Feudu, legge inimiga
A bona filosofia.

Che ch'esseret una inza
Una tanca, unu cunzadu,
Sas biddas hana donadu
De regalu a bendissione;
Comente unu cumone
De bestias berveghinas
Sos homines e feminas
Han bendidu cun sa cria.

Pro pagas mizas de liras,
E tale olta pro niente,
Isclavas eternamente
Tantas pobulassiones,
E migliares de persones
Servint a unu tirannu.
Poveru generu humanu
Povera Sarda Zenia!

Deghe o doighi familias
S'han partidu sa Sardigna,
De una manera indigna
Si nde sun fattas pobiddas;
Divididu s'han sas biddas
In sa zega antighidade:
Però sa presente edade
Lu pensat rimediare.

Nasche' su Sardu soggettu
A milli cumandamentos;
Tributos e pagamentos
Chi faghet a su Segnore,
In bestiamen e laore,
In dinari e in natura;
E paga' pro sa pastura,
E paga' pro laorare.

Meda innantis de sos feudos
Esistiana sas biddas,
Et issas fini pobiddas
De saltos e biddatones.
Comente a bois, Barones,
Sa cosa anzena es passada?
Cuddu chi bos l'ha' dada
Non bos la podia' dare.

Non es mai presumibile
Chi voluntariamente
Happa' sa povera zente
Zedidu a tale derettu;
Su titulu 'ergo est infettu
De infeudassione,
E i sas biddas reione
Tenen de l'impugnare....

....Si no calchi die a mossu
Bo nde segade' su didu,
Como ch'e' su filu ordidu
A bois toccat a tessere;
Minzi chi poi det essere
Tardu s'arrepentimentu;
Cando si tene' su bentu:
Es prezisu bentulare.

Francesco Ignazio Mannu

Hymne des sardischen Patrioten gegen den Feudalherrn
Versucht im Zaum zu halten die Tyrannei Baron, sonst rollt Ihr in den Staub, mein Leben pfänd ich dafür! Der Krieg gegen die Anmassung ist erklärt und es geht zu Ende die Geduld des Volkes.
Beachtet! Gegen Euch verbreitet sich das Feuer, das ist kein Spiel sondern reine Wirklichkeit, denkt daran, dass der dunkle Himmel Gewitter verheisst; Leute zur Gewalt gedrängt, hört meine Stimme.
Gebt dem armen Gaul nicht die Sporen, sonst verweigert er sich mitten auf dem Weg, er ist so mager, dass er nicht mehr anders kann, und endlich wird das Joch abgeworfen.
Das Volk, stumpf aus tiefer Letargie, hört am Ende verzweifelt, spürt seine Ketten, weiss dass es die Strafe der antiken Pein leidet. Feudalismus, feindliches Gesetz aller guten Dinge.
Ortschaften und Güter haben sie verschenkt, wie einen Weinberg oder einen Olivenhain oder eine Weide, sie haben sie getauscht wie krüppelhaft geborene Schafe, Männer und Kinder verkauft mitsamt den Frauen.
Für wenig Lire und manchmal für nichts, versklavt auf immer die ganze Bevölkerung: tausende und abertausende Personen krümmen sich unter einem Sovranen. Elendes Menschengeschlecht, elendes sardisches Volk!
So teilten sich wenige Familien Sardinen auf unwürdige Art, aus unserer schönen Erde wurden Mägde in der grausamen Antike gemacht; nun will unsere Epoche das zurechtrücken.
Der Sarde geboren, kriminellen Gesetzen unterworfen, Tribute und Abgaben muss er dem Sovran leisten, in Vieh und Korn, in Geld und Naturalien; bezahlt das Weiden, bezahlt die Saat.
Damals vor dem Feudalbesitz blühten die Orte, reich an Feldern und Weingärten, Pinienzapfen und Garben; ihr Barone, wie kam all das zu euch? Wer es euch gab, konnte es nicht geben,
Keiner kann glauben, dass soviel arme Leute freiwillig euch zu Füssen fallen; eure Titel riechen nach Beschlagnahmung, gut Recht haben die Dörfer, sie anfechten zu wollen…
…Es soll sich nicht eines Tages in die Finger beissen wer jetzt untätig blieb, nun da das Tuch angefangen, helft es zu weben, später könnte ein Tag der Reue kommen; wenn der Wind sich erhebt, ist es angesagt zu dreschen.

Finas a cando?

Ein Lied über die Umwelt, eine Reihe besorgniserregender "weiss nicht", an das Schicksal einiger seltener landschaftlicher Perlen gebunden, die glücklicherweise noch widerstehen. Rhythmus pastorella.

No isco si sa gent'orrubia
in su Sinis ancora at a olae,
no isco si pische in su mare
e in pischèra si nd'at a piscae.

FINAS A CANDO AP'A PORTAE
ALIDU IN CORPUS PO CANTAE,
CANTIGOS DE CUSTA GENIA
AP'A CANTAE CUN SA OGHE MIA.

No isco si in su cumonale
linna ancora si nd'at a agatae,
no isco si in su Campidanu
terras fertiles ant a bundae.

No isco si su mare nostu
bellu e limpiu ancora at a abbarrae,
no isco si in su Supramonte
buscos innidos ant a urae.

No isco si cuaddos in Giara
chentinaias si nd'at a contae,
no isco si in sas forestas
mruvas e crebos aus a amirae.

No isco si in sas funtanas
abbas puras aus a bufae
no isco si sas saborias
frutas de monte aus a papae.

No isco si s'isula bella
nessi che a oe t'as a cunservae.

FINAS A CANDO AP'A PORTAE
ALIDU IN CORPUS PO CANTAE,
CANTIGOS DE CUSTA GENIA,
AP'A CANTAE CUN SA OGHE MIA,
CANTIGOS DE CUSTA GENIA
AP'A CANTAE ANCORA O GENTE MIA.

Tonino Cau


Bis wann?
Ich weiss nicht ob die Flamingos noch im Sinis fliegen werden, ich weiss nicht ob man im Meer und der Lagune fischt.
SOLANGE ICH DIE LUFT ZUM SINGEN HABE, LIEDER WIE DIESES SINGE ICH MIT MEINER STIMME.
Ich weiss nicht ob auf dem Gemeindeland noch Brennholz für alle sein wird, ich weiss nicht ob im Campidano genug fruchtbare Felder sein werden.
Ich weiss nicht ob unser Meer noch schön und sauber bleiben wird, ich weiss nicht ob im Sopramonte die ursprünglichen Wälder überdauern werden.
Ich weiss nicht ob wir auf der Giara die Wildpferdchen noch nach Hunderten zählen können, ich weiss nicht ob wir in den Wäldern noch Muflons und Wildschweine bewundern können.
Ich weiss nicht ob du weiterhin die schöne Insel sein wirst, wenigstens wie heute.
SOLANGE ICH DIE LUFT ZUM SINGEN HABE. LIEDER WIE DIESES SINGE ICH MIT MEINER STIMME. LIEDER WIE DIESES, MEINE LEUTE, WERDE ICH WEITER SINGEN.

ZIU MEU

Ein Lied über das Alter, nach einer wahren Geschichte.Rhythmus a passu 'e trese.

Poberu ziu meu,
de custa via ite nd'has gosadu?
Ti che ses imbezzadu
patinde, cun piantu e cun anneu,
semper preghende a Deus
de non restare solu, abbandonadu,
invece ses fiudu,
senza unu cane pro ti dare azzudu.

Ca s'emigrazione
fizos tuos han devidu affrontare,
e mancu a mandigare
ti bastat cussa misera pensione,
sa debile persone
giughet sos sinnos de su tribulare,
de cando ses naschidu,
e pro tottu su male chi has bidu.

Tonino Cau

Mein Onkel
Armer Onkel, was hattest Du von diesem Leben? Du bist leidend alt geworden, in den Mühen und dem Weinen, immer Gott darum bittend nicht allein und verlassen zu bleiben, stattdessen bist Du Witwer und nichtmal ein Hund bellt nach Dir.
Denn Deine Kinder mussten emigrieren und Deine Rente reicht nichtmal zum Essen, Dein schwacher Körper trägt die Zeichen der Mühsal, erlitten seit Deiner Geburt, und all der durchgemachten Leiden.

A GAVINU

Ein unserem Freund Gavino aus Osilo gewidmetes Lied, ein Mensch mit grossem Talent, aber an den Rollstuhl gebunden wegen einer angeborenen Behinderung. Rhythmus a passu ‘e trese.

Pesadinde, Gavinu,
e pesa, ahiò, ite faghes gasìe ?
Gioga liberu, e rie,
cun sos pizzinnos, fora, in su caminu,
lassa cussu traìnu,
ca b'est sa vida ch'isettad'a tie,
leàdi unu cunsolu,
bae in s'aèra, che puzone in bolu.

Beru ca ses cravadu
sena poder chinnire sa carena,
e supportas sa pena
cun sa passienzia de unu biadu,
ma sa mente serena,
nessi cussa sa sorte t'hat lassadu.
E has astru 'e poesia
e sensibilidade e fantasia.

Tonino Cau

Für Gavino

Steh auf Gavino, Mut, was machst Du? Spiel wie Du willst und lache, mit den Kindern draussen, auf der Strasse, lass den Rollstuhl, das Leben wartet auf Dich, nimm Dir eine Genugtuung und erhebe Dich in die Luft wie ein Vogel.

Es ist wahr, dass Du gelähmt bist, Deinen Körper nicht bewegen kannst, und Du erträgst Deine Pein wie eine Heiliger, aber wenigstens ein heiteres Gemüt hat Dir das Schicksal gelassen. Und Du hast das Talent des Dichtens und viel Sensibilität und Fantasie.

 

AMORE LONTANU

Ein zartes Liebeslied, und zwar zwischen zwei Personen, die gezwungen sind, wegen der Emigration entfernt voneinader zu leben. Er arbeitet im Ausland und kann die Stunde der definitiven Rückkehr nicht abwarten, um mit seiner versprochenen Braut zu leben. Rhythmus aus der religiösen Tradition entnommen, der Art Gocios de chida santa

Pensende jà sò a tie
recreu 'e s'anima mia,
su coro est fritu che nie
ca non t'apo in cumpanzia.

Non timas prenda 'e oro
si como non m'as presente,
ca t'apo sempre in sa mente
ti juto sempre in su coro.

Sas oras parente dies,
sas dies annos intreos,
e pianghen sos ojos meos
mancari chi non los bies.

Eo non de bio s'ora
de nos torrare a unire,
ca non cherzo pius sufrire
pensende a tie chi ses fora.

Es' dolorosu pro me
ancora a biver lontanu,
ti cherzo istringher sa manu
e biver sempre cun te.

Anghèla, eo cherìa,
eternamente restare
acanta e te' pro ti amare
pro tota sa vida mia.

Tonino Cau

Liebe in der Ferne

Ich denke an Dich, Trost meiner Seele, mein Herz ist kalt wie der Schnee weil Du nicht bei mir bist.
Keine Angst, goldene Perle, wenn wir jetzt nicht zusammen sind, denn ich hab Dich immer in meinem Herzen und meinem Sinn.
Die Stunden scheinen Tage und die Tage scheinen Jahre zu sein, und meine Augen weinen, auch wenn Du sie nicht sehen kannst.
Ich kann die Stunde nicht abwarten, in der wir wieder zusammen sind, denn ich will nicht mehr leiden daran denkend, dass Du ausser Landes  bist.
Für mich ist es schmerzhaft, noch immer entfernt von Dir zu leben, ich möchte Dir die Hand geben und immer mit Dir leben.

A BALLU A BALLU

Ein den Liebhabern der sardischen Tradition gewidmetes Lied, vor allem den Tänzern des sardischen Tanzes, ballu sardu

A ballu, a ballu, su balladore
lassat a parte su malumore,
a ballu, a ballu, sa ballariana,
de si divertet gia' tenet gana.
Peppeloisu, su pesadore,
cantat a ballu cun su tenore.
Giughend'in buca sa trunfa sola
sonant a ballu Ivo e Nicola,
e calincunu ballu cantau
cantat a bortas Tonino Cau.

Tonino Cau

Zum Tanz, zum Tanz

Der Tänzer, tanzend verliert seine schlechte Laune, die Tänzerin hat Lust sich zu vergnügen, tanzend. Peppeloisu, der Solist singt zum Tanz, zusammen mit dem Chor, im Mund nur die Maultrommel. Ivo und Nicola spielen zum Tanz und manches Lied zum Tanz singt manchmal auch Tonino Cau.

EPURU ANDAT

Spricht von der Zeit und wie sie schnell und und unbarmherzig vergeht, wie sie alles im Vorbeigehen verschlingt, zum Glück die Erinnerung hinterlassend, die der Mensch braucht, um weiter zu gehen, zu leben. Ähnliche Musik wie beim typischen Ave Maria der Rosenkränze bei den Prozessionen.


Tempus chi andas, currende abbia,
e chi in s'andare che leas totu,
siat eretu o siat trotu,
totu che mundas in d'una ia,
ma sa memoria resistit, bia,
e restat nessi, de su connotu,
s'ammentu in conca, bene imprimidu,
cussu su tempus non l'at bochidu.

EPURU ANDAT, EPURU ANDAT,
EPURU ANDAT E SIGHIT A ANDARE.

E passat nie, abba cun bentu,
fogu, sicagna e astraòre,
pestas e gherras de ogni colore,
dies de gosu e de turmentu,
e terremotos, inquinamentu,
disamistades, prantu e dolore.
Gai su tempus sighit a andare
ma sa memoria at a restare.

Tonino Cau

Sie geht doch

Zeit die du gehst, immer in Eile und im Vorbeigehen alles verschlingend, die richtigen wie die falschen Dinge, fegst alles auf einmal weg, aber das Gedächtnis hält stand, und es bleibt von der Vergangenheit wenigstens die  Erinnerung, gut eingeprägt, die Zeit hat sie nicht getötet.

Und trotzdem geht sie, und doch geht sie und fährt fort zu gehen.

Schnee geht vorbei, Regen und Wind, Trockenheit und Frost, Pest und Krieg jeder Art, Tage der Freude und der Qual, und Erdbeben, Verschmutzung, Ausrottungen, Tränen und Schmerz. So fährt die Zeit fort weiterzugehen, aber das Gedächtnis bleibt.

AMISTADE

Das Wort bedeutet "Wohlwollen", "Brüderlichkeit", ganz das Gegenteil von “disamistade”, natürlich. Rhythmus “a ballu cantau” oder “a ballu tundu”.

AMISTADE, AMISTADE,
CHERES, TERRA ISSAMBENADA
DE SARDIGNA, E FUNESTADA
DE TANTA BARBARIDADE.
O Sardigna, t'an pienu
su coro, prupas e venas,
cun sas mortales cadenas
de odiu e de velenu,
dae su tempus serenu
tue ses abbandonada.

De omicidios e de furas
intendimus ogni die,
ma suni bochinde a tie
totu custas isventuras,
e sas persones, seguras,
no andan mancu in s'istrada.

A sos aministradores
los isparan a s'ischina,
ancora non b'at meghina
contra sos sequestradores,
chi si cherene sennores
cun cosa anzena furada.

Chi si peset unu entu
chi che mundet su machine
dae conca 'e ogni omine,
e ogni brutu sentimentu
sichet dae fundamentu
che sa terra abbrujada.

Si su male e su terrore
cun sos malos, tot'a pare,
non resessin a firmare,
as a perder cudd'onore:
d'esser terra de valore
in totùe lumenada.

Tonino Cau

Amistà
Amistà, amistà, willst du, Sardinien, blutend von der vielen Barbarei.
Oh Sardinien, sie haben dir das Herz gefüllt, das Fleisch und die Venen mit den tödlichen Ketten des Hasses und des Giftes, und vom heiteren Himmel bist du verlassen. Von Diebstahl und Mord hört man reden jeden Tag, aber diese Unglückseligkeiten töten dich, und die Leute können nicht mal sicher auf der Strasse sein. Den Volksvertetern schiessen sie in den Rücken und ein Mittel gegen die Entführer, die die Herren spielen wollen, die anderen zu rauben, sieht man nicht. Auf dass sich ein Wind erhebe, der den Wahn aus den Köpfen der Leute wegfegen kann und der bereits an der Wurzel die Sprossen der schlechten Absichten austrochne, so wie die verbrannte Erde ausgedörrt ist. Wenn das Schlechte und die Furcht nicht zusammen mit den Autoren  aufgehalten werden können, verlierst du die Ehre, irgendwo als Erde von Wert erwähnt zu werden.

 

SU BALLU 'E SU FOGU

Der Tanz des Brandes. Ein in ganz Sardinien bekanntes und von vielen anderen Künstler gesungenes Lied. Unnötig viel zu sagen, es ist von den Waldbränden die Rede und die Pyromanen werden verflucht. Rhythmus a ballu cantau (mit Maultrommel, Launeddas, Ziehharmonika, Triangel), das Finale nach gocios, monodischer Gesang. Vielleicht eines der bekanntesten Lieder des Chores von Neoneli. Der Kompositionswert wird von manchen als gleichwertig mit Barones sa tirannia, und von anderen als von Ballata di Pratobello eingestuft. Auf jeden Fall ist es sehr beliebt.

LOS AN FALADOS A FOGUSOS MONTES DE IDDA MIA
A CRABONE ALLUTU EBBIA
AN REDUIDU SU LOGU.
 
In s'ierru s'astraòretotu cantu at ruinadu
sa pastura nd'at sicadu
at distrutu su laòre,cussu nordicu rigore
at batidu annada mala,
e arrivan da ogn'ala
lamentos de carestìa. 
In s'istìu est arrivadasa desertica sicagna,
mancu s'aria de muntagna
podet esser respirada,
e sa zente est ispantada
de ider cussu sicore,
cun totu custu calore
parimus in Algerìa. 
Epuru b'at zente indignachi a su male azunghet male,
cun d'un'ira criminale
at brusiadu sa Sardigna,
razza perfida, maligna,
sa chisina at semenadu,
in Barbagia, in Barigadu,
Nurra, Sulcis, Baronìa. 
Impunidos sos balentessa natura sun bochinde,
a desertu reduinde,
suni tancas e padentes,
cussos crobos puzzolentes,
cheren totu avvelenare,
los devimus isolare
che canes peri sa ia.
 
Los devian cundennarea brusiare lentamente,
subra su crabone ardente,
finas a si ch'istudare,
in manera chi proàrepotan cussu bellu giogu,
in manera chi in su fogu
lassen sa piromania.
 
Como azis totu brusiadue tantas vidas distrutu,
como chi azis allutu
su irde chi fit restadu,
ite azis balanzadu
ischifosos assassinos ?
Miserabiles cainos,
morzedas in agonìa ! 
Poberitos innozentes,miserina cussa sorte
ohi, ite cudrele morte
sos cudreles bos han dadu,
in piantu hana lassadu
isposas, mamas e fizos,
a pagare sos fastizos
de cussa zega manìa. 
De su rimorsu in su lettunon potana reposare,
e in cella a frazigare,
los lassene a abba e pane,
arrabbiados chei su cane
chi sian de su dolore,
infines unu puntore
chi nd'isperdat sa zenìa. 
Sardigna, terra brusiada,terra 'e fogu e de afannos,
non permitas custos dannos,
lassa istare su sufrire,
impresse faghe fuìredisonestos e foghistas,
chi t'an semper, egoistas,
ispulpadu sende bìa. 
Tonino Cau -luglio 83

Der Tanz des Brandes
Die Berge und Hügel  meines Dorfes haben sie abgebrannt, nur glühende Kohlen hinterlassend.
Der Frost im Winter hat alles ruiniert, die Weiden verdörrt und die Saat zerstört, diese nordische Strenge hatte ein schlechtes Jahr verursacht und von überall her kamen die Hilferufe der Not.

Im Sommer wuchs dann die wü
stenmässige Dürre bis zu dem Punkt, dass selbst in den Bergen die Luft nicht mehr zum Atmen war, und die Leute waren richtigerweise überrascht soviel Dürre zu sehen, bei der Hitze schien man in Algerien zu sein.

Und doch, unwürdige Leute fügen Schaden über Schaden zu, mit einer kriminellen Wut brennt Sardinien, perfide und boshafte Rasse, Asche haben sie gesät in der Barbagia, dem Barigadu, der Nurra, im Sulcis und  der Baronia. Ungestraft töten die Halbstarken die Natur, machen zur Wüste Güter und Wälder, diese stinkenden Raben wollen alles vergiften, wir müssen sie wie streunende Hunde isolieren. Man müsste zum langsamen Rösten über der glühende Asche verurteilen bis sie gelöscht ist, so dass sie dieses schöne Spiel spüren können, bis sie ihre Pyromanie im Feuer verlieren.
Die Berge und Hügel  meines Dorfes haben sie abgebrannt, nur glühende Kohlen hinterlassend
Nun habt ihr alles verbrannt, und viele Leben zerstört, nun da ihr das übriggebliebene Grün zur Asche gemacht habt, was habt ihr verdient? Miserable Kain' auf dass ihr dahinsiechend sterbt.
Arme Unschuldige, armselig ist euer Schicksal, welch grausamen Tod haben euch die Grausamen gewünscht, ihr habt in Tränen Frauen, Mütter und Kinder das Leid dieses blinden Wahns bezahlen lassen.
Auf dass sie nicht ausruhen können vor Gewissensbissen, und bei Wasser und Brot in einer Zelle dahinsiechen, wie wütende Hunde, schmerzleidend und dass am Ende eine nicht heilbare Krankheit diese Rasse auf immer auslöschen möge.
Sardinien, verbrannte und schmerzende Erde, erlaube nicht mehr diese Schäden und hör auf zu leiden, lass die Unehrlichen und Brandstifter in Eile flüchten, die dir, da du lebendig, die Haut abgezogen haben.

UNU SONNU

Der Menschentraum, der Frieden: Das Lied ist in der Zeit von Gorbaciov und Reagan angesiedelt. Im Traum kosten die beiden Weltmächtigen einen guten cannonau im Schatten eines Nuraghen und reden von Frieden und Zukunft ohne Waffen. Rhythmus pastorella sarda.

Irisero apo sonnau
su capu russu cun s'americanu,
e nan ca anta chistionau
de faer su bene a su genere umanu.
 
A SU MANCU CHI SIAT GAI:GHERRA DE NON DE BIER MAI.
DAE SA TERRA DE SU NURAGHE,
UNA FORTE OGHE DE PAGHE.
 
Bufando una tassa 'e inude gherra mancu nd'anta lumenau,
e naianta continu:
su mundu depet esser disarmau.
 
Est a cumbatter unioscontra sa gana e donzi maladia,
chi pozzanta sos pipios
biver e crescher in bona armonia.
 
Custu sonnu no est beruma realtade podet diventae,
mancu un'omine sinceru
prus cosa bella podet disigiae.
 
In totu su mundu intreusonnanta totus custu sonnu meu:
de s'istringhere sa manu
su capu russu cun s'americanu.
 
A SU MANCU CHI SIAT GAI... 
Tonino Cau

Ein Traum
Gestern habe ich die Staatschefs von Russland und Amerika geträumt und im Traum haben sie davon geredet Gutes für die Menscheit zu tun.
WENN ES WENIGSTENS SO WÄRE: NIE WIEDER KRIEG SEHEN. AUS DEM LAND DER NURAGHEN. EINE STARKE STIMME DES FRIEDENS.
Bei einem Glas Wein haben sie noch nicht mal von Krieg gesprochen, im Gegenteil, ständig sagten sie, dass die Welt abgerüstet werden muss.
Man muss zusammen gegen den Hunger und die Krankheiten kämpfen, damit die Kinder in Harmonie aufwachsen können.
Dieser Traum ist keine Wirklichkeit aber kann Wirklichkeit werden, nichtmal ein ehrlicher Mensch kann besseres wünschen.
Auf der ganzen Welt haben alle diesen Traum: dass sich das russische und  amerikanische Oberhaupt die Hand reichen.

Bella mia... 

Einer der wenigen Stücke nach mündlich überliefertem Text. Rhythmus: a passu torrau.

Bella mia non bandes a messare,
ca su sole ti leat sa bellesa,
abba’ si podest tenner finitesa,
finitesa ‘e ti porrer coiuare.
Bella mia non bandes a messare.

 
Popolare

Meine Schöne...
Meine Schöne, gehe nicht zum ernten, die Sonne könnte Dir die Schönheit nehmen, sorge dafür, ganz rasch, dass Du dich verheiraten kannst. Meine Schöne, gehe nicht zum ernten.

 

Nanneddu meu

Brief an Nanni Sulis, von Peppino Mereu, dem grossen, sehr früh gestorbenen Dichter aus Tonara. Es werden nur einige Strophen wiedergegeben. Rhythmus a ballu tzopu.

Nanneddu meu, su mundu est gai
a sicut erat non torrat mai.
Semus in tempus de tirannia
infamidade e carestia,
como sos populos cascant che cane
gridande forte: cherimus pane.
Famidos nois semus papande,
pane e castanza e terra cun lande,
terra chi a fangu torrat su poberu
sena alimentu, sena ricoveru......
 
....Adiosu Nanni, tenedi a contufaghe su surdu, ghetadi a tontu
tanti lu ides: su mundu est gai,
a sicut erat non torrat mai.
 

Brief an Nanni Sulis
Mein Junger (Freund), so ist die Welt und sie kehrt nie wieder wie vorher.

Wir leben in einer Zeit der Tyrannei, Schande und Not, die Völker liegen da wie Hunde, wild aufschreiend: wir wollen Brot. Wir sind hungernd und essen Brot und Kastanien, Erde und Eicheln, Erde die jeden Armen ohne Nahrung und Behausung in Schlamm verwandelt…Leb wohl Giovannino, pass auf Dich auf, tu so als ob Du taub und dumm wärst, Du siehst es ja, so ist die Welt und sie kehrt nicht wieder wie vorher.

MA COMENTE?

Ein Stück, Rhythmus a sa seria, über die Leichtherzigkeit, mit der wir die Lehrer der Geschichte und unserer Vorfahren zurückweisen.

Ma comente si faet
a imentigae totu
finas a oe su chi ch'est istau ?
Forzis non nosi praghet
de su chi aus connotu
nudda chi pozzat esser amentau,
in peruna materia?
Solu gana e miseria,
tristura e male in su tempus passau?
Epuru du at cosas
chi depeus chistie, valorosas.

Prus unios fiaus
e prontos a agiudae
chie in apretu fiat, bisongiosu,
allirgos andaiaus
a monte a triballae
e de su pagu teniaus gosu,
sas festas s'intendiant
e totus ballaiant
dies intreas e sena reposu,
e in notes isteddadas
si faiant bellas serenadas.

Sa limba sarda fiat
de tottus foeddada
e rispetadas sas tradissiones,
sa campagna pariat
cun talentu pintada,
prena de cassighedda e de sirbones.
Oe a totu custu
non di leaus gustu,
sunti cambiaos tempos e persones,
e ainnanti andaus
imentigando comente fiaus.

Tonino Cau

Ja wie?

Ja wie kann man alles vergessen, was bis gestern noch war? Vielleicht gefällt uns nichts von dem, was wir gekannt haben, keinerlei Ding, das sich lohnt erinnert zu werden? Nur Miserie und Hunger, Trübsal und Schlechtes  in der Vergangenheit. Und doch gibt es wertvolle Dinge, die wir bewahren müssen.

Wir waren uns einiger und bereit denen zu helfen, die bedürftig waren, mit Heiterkeit gingen wir zur Arbeit auf die Felder und begnügten uns mit wenig. Die Feste waren wichtig und alle tanzten, tagelang, ohne auszuruhen, und in den hellen sternenklaren Nächten sang man Ständchen. Die sardische Sprache wurde von allen gesprochen und alle respektierten die Bräuche, die Flur schien von talentierten Händen gemalt und von Wildbret bevölkert. Heute finden wir an all dem keinen Gefallen, die Zeit hat sich verändert und auch die Leute, und wir gehen weiter und vergessen, wie wir waren.

DEUS TI SALVET MARIA

Eines der schönsten und berechtigterweise berühmtesten Lieder der sardischen Tradition, von der verstorbenen Maria Carta zur Geltung gebracht. Der Autor ist Padre Bonaventura Licheri, aus Neoneli, Autor, wie schon an anderer Stelle gesagt, zahlreicher Gebete und Loblieder ebenso zahlreichem Heiligen gewidmet.

Deus ti salvet, Maria
chi ses de grascias plena,
de grascias ses sa vena
e sa currente.
 
Su Deus onnipotentecun tegus est istadu,
pro chi t'at riservadu
immaculada.
 
Beneita e laudada,subr'a totus gloriosa,
mama, fiza e isposa
de su Segnore.
 
Beneitu su fiorechi est frutu de su sinu,
Gesus, fiore divinu,
Segnore nostru.
 
Pregade a fizu ostruchi totus sos errores,
a nois pecadores
nos perdonet.
 
E sa grascia nos donetin vida e in sa morte,
e sa diciosa sorte,
in paradisu.

Bonaventura Licheri di Neoneli.

 

Gott rette Dich, Maria
Gott rette Dich, Maria, Du bist voller Anmut, bist die Vene und die Arterie der Anmut. Der Allmächtige Gott war mit Dir und hat Dich unberührt bewahrt. Gesegnet und gelobt, Glorie über allen, Mutter, Tochter und Braut des Herrn. Gesegnet die Blume, Frucht Deiner Brust, Jesus, göttliche Blüte, unseres Herrn. Betet zu Eurem Sohn, dass er vergebe alle Fehler, weil wir Sünder sind. Dass die Gnade mit uns sei, im Leben wie im Sterben, und ein glückliches Schicksal im Paradies.

ANNINNIA

Ein zartes Wiegenlied, das als solches alle Wünsche und Hoffnungen aller Eltern für den Sohn enthält, das man ideell wiegt. Rhythmus: Volkstümliche Litanei.

Dromidi in paghe, pipiu meu,paghe e fortuna tenzas de Deus,
paghe e fortuna, sa prenda mia,
bene e salude tenzas ebbia.
Chi non connoscas ite est affannu,
nè a minore e nè a mannu,su chi disizas tenzas a gosu,
sias onestu e virtudosu.
Bellu e istruidu chi sias puru,
e unu tribagliu tenzas seguru,
e sa natura in donzi logu,
rispetta semper, non ponzas fogu.
De zente ona faghedi amigu,
de sas intragnas sias inimigu,
ite est no iscas a emigrae
e una bella pozas amae.
E chi ti formes una famiglia
e bivas semper a meraviglia,
e de s'amore tenzas cunsolu,
e mai passes un'ora 'e dolu.
 

Tonino Cau

Ninnananna
Schlaf in Frieden, mein Kind, dass Gott Dir Glück und Frieden gebe, Dir Glück und Frieden meine Perle, dass Du nur Gesundheit und alles Gute kennen magst. Dass Du keine Mühsal habest,  weder jung noch alt, das Du geniessen kannst, was Du wünschst, sei ehrlich und tugendhaft.
Dass Du schön und gebildet sein mögest und eine sichere Arbeit finden kannst, und achte immer die Natur, überall, nie Brand stiften.
Werde Freund ordentlicher Leute und Feind des Betrugs, dass Du keine Emigration kennenlernen mögest und eine schöne Frau lieben kannst.
Dass Du eine Familie gründen und immer wunderbar leben kannst und den Trost der Liebe habest und nie eine Stunde der Trauer kennen musst.

 

MAMA NON CHERET

Ein Lied im Rhythmus a passu torrau, mit den Launeddas und der Ziehharmonika, der Triangel und der Mundorgel ausgeführt, wobei im Refrain, aus einer volkstümlichen Strophe kommend, einige verwerfliche und abzulehnende Verhaltensweisen im Dorfleben  angeprangert werden.

Mama non cheret a m’imbriagareproite ca noghet meda a sa salude,
mi narat: faghe a bonu in zoventude,
si sanu e forte cheres imbetzare.
 
Mama non cheret chi passe sa dieche vagabundu, con sos bituleris,
o ibbaùtu, per-i sos tzilleris,ca noghet a sa buscia e a mie.
 
Mama non cheret mancu chi saludesas femmineddas de pagu capìa,mi narat: menzus sena cumpanzia,
che una muzere chi no at virtude.
 
Mama non cheret su inare meua che gastare cun feminas malas,
ca si nd’intendet in totus sas alas,
de zente morta ‘e cussu male feu.
 
Issa cheriat, cun d’una galanazovana ‘e idda a mi coiuare,
ca non suportat de m’ider umpare,
cun d’una vissiosa e pagu sana.
 
Mama non cheret, a s’iscapavìachi m’abbandone cun zente metzana,
mi narat: menzus a passare gana,
che in galera pro una balentìa. 

Tonino Cau

Mamma will nicht
Mamma will nicht, dass ich mich betrinke, weil das gesundheitsschädlich ist. Sie empfiehlt mir, mich von jung an tugendhaft zu verhalten wenn ich gesund und stark gross werden will. Mamma will nicht, dass ich die Tage als Vagabund verbringe, oder in den Kneipen hänge, was sowohl der Gesundheit als auch dem Geldbeutel schadet. Mamma will auch nicht, dass ich die leichten Mädchen grüsse, sie sagt mir, es ist besser, allein zu bleiben als mit einer Unanständigen zu sein, Mamma will nicht, dass ich mein Geld mit schlechten Frauen ausgebe weil man überall von Leuten hört, die an AIDS gestorben sind. Sie möchte, dass ich mich mit einer schönen Frau aus dem Dorf verheirate, weil sie die Vorstellung nicht ertragen kann,  mich mit einer ungesunden und lasterhaften Frau sehen zu müssen. Mamma will nicht, dass ich mit mittelmässigen Personen herumziehe und sagt mir: lieber hungern als wegen einer Dummheit im Gefängnis sitzen.

 

A SOS PIZZINNOS

Ein im Tandem von Peppeloisu Piras und Ivo Marras geschriebenes Stück über die Kindheit und seine unschuldige Welt, über den Reichtum, den die Kinder geben. Rhythmus: a sa seria und dann a passu torrau.

 Bella sa gioventude totu frore,paret caddu currinde sena briglia,
in sa mente si sognat sa famiglia
aspirende profumos de amore,
cun sa cumpagna sua, a meraviglia,
bella richesa de altu valore,
dinare non bi nd'at de la pagare
ca bona mama devet diventare.
 
Est che ogni mama chi at su cuntentucando in su sinu at unu pipiu,
felice de l'aer sanu e biu,
li dat afetu in dogni momentu,
in piantu li faghet su lamentu,
paret che rusignolu in su riu,
pianghinde, in su coro li dat pena,
tanto lu ninnat cun sa cantilena.
 
Cussu est donu de s'umana naturaacumpagnadu dae su criau,
dae minoreddu mannu est diventau,
andende a iscola pro una cultura,
finalmente chi s'est laureau
a su malaidu devet dare cura,
degnu trabagliu, de imbidiare,
e a mama e a babbu no at a abbandonare.
 
Peppeloisu Piras 
Sunt sos pizzinnos opera istupenda,de s'omine su menzus tribagliare,
babbos e mamas prontos a pagare
pro su riscatu d'una tale prenda,
 
e s'insoro bellesa e siendanon b'at oju bastante a las mirare,
nemancu sa barbarie pius tremenda
cuss'innocenzia podent cancellare.
 
Si solu essent ischidu chi in su munduesistini ricone e poberitu,
e su primu cumandat su segundu,
certu aian chircadu ateru litu,
menzus e menzus meda, pius giucundu
de custu logu nostru tantu aflitu.
 
Ivo Marras

Den Kindern
Schön die Jugend, alles Blumen, scheint ein Pferd ohne Zügel, träumt von einer Familie und schnuppert liebliche Düfte mit dem wunderbaren Partner, sie ist ein Reichtum von hohem Wert, und sie ist nicht mit Geld zu bezahlen, wenn sie dann eine gute Mutter wird. Wie jede Mutter glücklich ist, ein Kind an ihrer Brust zu haben, glücklich, weil sie es gesund und lebendig hat, gibt ihm Zuneigung in jedem Augenblick, wenn es weint, singt sie ihm wie eine Nachtigall am Fluss, wenn es weint, hat sie den Schmerz im Herzen und singt ihm ein Wiegenlied. Das ist eine Gabe der Natur und des Geschaffenen, es ist gross geworden und geht zur Schule um sich zu bilden, und schliesslich, die Universität absolviert, heilt es Kranke mit seiner Würde und beneidenswerten Arbeit, aber es wird nicht Mama und Papa verlassen.
Kinder sind fantastische Geschöpfe, die beste Frucht des Menschen, die Eltern sind bereit, das Lösegeld für eine solche Perle zu bezahlen, es gibt keine Augen, die anderes als Schönheit und Tugend der Kinder sehen und nichtmal die schrecklichste Barbarei kann ihre Unschuld löschen. Wenn sie nur wüssten, dass es auf der Welt die Reichen und die Armen gibt, und die ersteren kommandieren die zweiten,  hätten sie sicher einen anderen Ort zum geboren werden gewählt, einen viel besseren als diese unsere so heimgesuchte Welt.

  

UNU CONSIZU

Ein Rat für die wagemutigen Jungen, die nicht die Gefahren des schnellen Autofahrens sehen. Rhythmus: a sa seria.

A tie, giovanu de sa prima essida, si mi permitis un'avvertimentu:
cando chi ses in su postu 'e guida,
mesu muscadu, e t'intendes cuntentu
 
Ma si bi pensas bene, custa vidanon che l'imbolas in d'unu momentu,
cando t'agatas cun sa mente ischida
t' intendes forte ca dannu no has tentu.
 
Mira ca custa vida tantu bellamedas giovanos macos at firmadu,
o reduidos in sedia a rotellas,
de sas machinas medas nd'an bogadu
fatos a peta subra una barella,
ma tue a totu custu no as pensadu.

 
Nicola Loi

Ein Rat
Dir, junger Mann, bei den ersten Erfahrungen, wenn Du erlaubst, gebe ich Dir einen Rat: wenn Du am Steuer eines Autos sitzt, ein wenig hochnäsig und zufrieden.
Wenn Du gut überlegst, wirf dieses Leben  nicht weg in einem Augenblick, wenn Du Dich toll fühlst, stark, weil Du keinen Schaden erlitten hast. Bedenke, dieses tolle Leben haben viele waghalsige Jungen verloren oder sie sind an einen Rollstuhl gebunden, viele sind aus den Trümmern in Stücken herausgezogen worden, auf einer Bahre, aber Du hast daran nicht gedach
t.

MUTOS

Die Motette, mit der wir meist unsere Abende beenden.

Ite bellu cantare,chi faghet su tenore,
cun boghe armoniosa.
A mannos e minores,
bajanos cun isposas
bos cherzo saludare.
 
Sardigna isolana,tue ses un amore
bista de sa costèra.In terra istraniera
trabagliat cun suòresa zente tua lontana.
 
Si bi ando a Caprerabisito a s'eroe
chi inie est reposende.
Sa zoventude 'e oe
la suni destruende
ca de sa droga est s'era.
 
In chelu 'e Palestinaest falada un'istella,
mai ida una uguale.
Unu bonu Nadale,
ca est sa die pius bella
a ogn'omine e femìna. 
In sa Pala 'e su niebi at una contonera,
villeta provinciale.
Bellesa universale,
nara si ses fiera
de amare a mie.
 
A sa cresia magioreeris so andadu,
mi so postu a pregare.
Devo ringraziare
a custu comitadu
pro s'invitu a su tenore.
 
Orisetzo e Pranu,notos in bidda mia,
sos montes de altura.
Fin'a sa sepoltura
narrer giai ti cherìade mi dare sa manu.
 
In sa zona 'e Pulèuamus a monumentu
sas domos de agianas.
Rosa mia galana,
unidos in sacramentu,
coro tuo e meu.
 
Su campu 'e Nocurrelilu cherzo laoràresi permitit s'annada.
Finida est sa cantada,
bos cheret saludare
su Coro 'e Neoneli.

 
Peppeloisu Piras

 

Motette
Was für ein schönes Singen, das des Sängers mit der harmonischen Stimme. Die Jungen und ihre Bräute, die Kleinen und Grossen will ich grüssen.
Insel Sardinien, du bist ein Paradies von der Küste aus gesehen. Deine Leute arbeiten hart, weit weg in fremden Ländern.
Wenn ich nach Caprera gehe, besuche ich Garibaldi, der dort ruht. Die heutige Jugend wird zerstört, weil wir in der Epoche der Drogen leben. Uber dem Himmel Palästinas ist ein Stern aufgegangen wie noch nie zuvor gesehen. Ein frohes Weihnachten will ich wünschen, den schönsten Tag, jedem Mann und jeder Frau.

In der "Pala 'e su nie"
(Flurname aus Neoneli), steht ein Strassenwärterhaus. Absolute Schönheit, sag mir, bist Du stolz mich zu lieben.

Gestern bin ich in die Hauptkirche beten gegangen. Ich muss dem Komitee dafür danken, den Chor eingeladen zu haben.
Orisetzo und Pranu (die höhsten Berge Neonelis), sind die höchsten in Neoneli bekannten Berge.
Ich möchte Dir sagen, halte mir die Hand bis an den Tod.
In der Gegend von Pulèu (Flurnamen) haben wir als Monument die Domus de Janas. Meine schöne Rose, im Sakrament vereint sind unsere Herzen.
Im Feld von Noccurreli (Flurnamen), wenn das Jahr es erlaubt, will ich aussähen. Das Lied ist zu Ende und der Chor von Neoneli will sich von Euch verabschieden

 

  

 

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